Das Familienklassenzimmer bzw. Multifamiliengruppen in der Schule

Eine innovative Form von MFA ist das Familienklassenzimmer oder eine Multifamiliengruppe in der Schule. Hier werden in erster Linie Verhaltens- und Lernprobleme angegangen. An einem halben Tag pro Woche unterrichtet eine Lehrperson sechs bis zehn Schüler im Beisein einer oder mehrerer für die Erziehung wichtiger Personen; meist sind dies Mutter und Vater. Es können jedoch auch ältere Geschwister, Grosseltern oder weitere Personen sein, die bei der Betreuung des Kindes eine zentrale Rolle spielen. Zusätzlich zur Lehrperson befinden sich zwei MFA-Coaches im Klassenzimmer, die mit den Eltern arbeiten und den Unterricht durch typische Übungen aus der Multifamilienarbeit erweitern. Manchmal finden die Gruppen am späteren Nachmittag, frühen Abend oder am Samstagmorgen statt, sodass die Eltern teilnehmen können und ihnen keine Probleme am Arbeitsplatz entstehen. 

Das Ziel ist, dass verhaltensauffällige Kinder lernen, die Regeln der Schule zu akzeptieren und ihren Schulalltag zu bewältigen.

Die Eltern unterstützen die Kinder aktiv, sie erfahren dabei auch eigene Lernprozesse, indem ihnen zeitweise die Verantwortung für das Verhalten ihres Kindes während des Unterrichts übertragen wird.

Die Eltern werden angeregt, sich gegenseitig in diesem Prozess zu unterstützen. Kinder lassen sich oft von anderen Eltern mehr sagen als von den eigenen. Typische Muster können so unterbrochen werden.

Die Kinder erleben, dass Lehrer und Familien einander unterstützen, einander achten und dabei auch Spass haben können.

Mit der gemeinsamen Teilnahme von Kindern und Eltern am Familienklassenzimmer soll eine positive Schulentwicklung ermöglicht und der Verbleib in der Regelklasse gesichert werden. Zudem sollen Schulersatzprojekte (z.B. separative Sonderschulung) vermieden werden.

Zugunsten der Leserlichkeit wurde die klassische Schreibweise verwendet. Die männliche Form meint immer alle Geschlechteridentitäten