„Willkommen beim Schweizerischen Dachverband Multifamilienarbeit / Multifamilientherapie (MFA / MFT)“ 

 

„Die Teilnahme an der Multifamiliengruppe war für mich und meinen Sohn gewinnbringender als 14 Tage gemeinsame Ferien“ 

— Aussage eines Vaters; Name den Autoren bekannt

 

Die Multifamilienarbeit bezeichnet Treffen von mehreren Familien mit jeweils einem hilfesuchenden Sorgenkind unter der Leitung von ausgebildeten MFA-Coaches. Es sind meist vier bis acht Familien mit von der Partie. Die Sorgenkinder sind in ähnlichen Entwicklungsphasen und haben oft ähnliche Probleme.

Bei Kindern mit schulischen Verhaltens- und Lernschwierigkeiten können diese Treffen auch in den entsprechenden Schulen stattfinden. In sogenannten Familienklassenzimmern unterrichtet eine Lehrperson normalen Schulstoff, die Familien sowie zwei MFA-Coaches sind zur Unterstützung präsent. Ziel ist es, ein optimales Lernklima für die Kinder zu schaffen, in dem Lehrer und Familien einander unterstützen, einander achten und auch Spass haben können.

Die Multifamilientherapie ist eine Form von Psychotherapie. Sie vereint die Systemische Familientherapie mit den Vorzügen von Gruppentherapie und Selbsthilfegruppen. Dabei sind bekannte gruppentherapeutische Wirkfaktoren wie gemeinsamer Erfahrungsaustausch, gegenseitige Unterstützung, konstruktive Kritik und die Übernahme der Lösungen von anderen (Modell-Lernen) hilfreich. Die MFT behandelt Probleme wie Aufmerksamkeitsstörung, Ängste, Mobbingerfahrungen, aber auch ernsthafte kinderpsychiatrische Diagnosen wie Folgen von Psychotraumas (Posttraumatische Belastungsstörungen), Magersucht, Asperger-Syndrom und Bindungsstörungen. Sie stellt eine sinnvolle und erfolgreiche Erweiterung zu anderen therapeutischen Bemühungen dar.

Multifamilienarbeit (MFA) und Multifamilientherapie (MFT)Was ist das?

 

Die Vorteile der simultanen Arbeit mit mehreren Familien

 

Die MFT-Coaches bringen die Familien auf spielerische und humorvolle Art miteinander in Kontakt und ermutigen sie, gemeinsam bessere Lösungen für ihre Schwierigkeiten zu entwickeln. In der Folge werden sie zunehmend sicherer, ihre Familienprobleme selbstverantwortlich zu meistern und unabhängig zu werden von den Experten. Nicht selten kommt es vor, dass nach Abschluss der Arbeit Familien weiterhin miteinander verbunden bleiben und sich unterstützen oder aber dass ein Elternteil als Experte einer nachfolgenden Gruppe den Einstieg erleichtert.

 

Argumente für die Multifamilienarbeit:

Förderung von Solidarität:

"Wir sitzen alle im gleichen Boot"


Stigmatisierung und schambedingte Isolation überwinden:

„Wir sind ja nicht die Einzigen“ 


Anregung zu neuen Sichtweisen und Perspektiven:

„Ich sehe sehr genau beim anderen Dinge, für die ich bei mir selbst blind bin.“ 


Voneinander lernen:

„Wie die anderen das machen, finde ich gut“ 


Sich in anderen gespiegelt sehen:

„Wir sind wie ihr.“